Wenn deine Anthurie zwar wunderschöne grüne Blätter hat, sich aber weigert, neue farbige Hochblätter zu zeigen, liegt das meist an einer Kleinigkeit im Energiehaushalt der Pflanze. Hier sind die besten Strategien, um sie wieder in Blühlaune zu versetzen.
Oft ist ein kleiner Lichtmangel der Hauptgrund. Auch wenn die Pflanze im Halbschatten überlebt, braucht sie für die Produktion der aufwendigen Blüten viel Helligkeit. Versuche, sie ein Stück näher ans Fenster zu rücken, ohne sie direkt der prallen Mittagssonne auszusetzen. Besonders im Winter zählt jeder Sonnenstrahl.
Ein weiterer Trick ist die Simulation einer kleinen Ruhepause. Wenn die Anthurie das ganze Jahr über bei absolut identischen Bedingungen steht, fehlt ihr manchmal der Impuls für neue Blüten. Du kannst versuchen, sie für sechs bis acht Wochen etwas kühler zu stellen, etwa bei 16 bis 18 Grad Celsius, und in dieser Zeit deutlich weniger zu gießen und gar nicht zu düngen. Dieser leichte Stress simuliert den Wechsel der Jahreszeiten und regt die Pflanze oft dazu an, danach mit neuer Energie Knospen zu bilden.
Achte beim Dünger darauf, dass er genügend Phosphor und Kalium enthält. Wenn du einen Dünger mit sehr hohem Stickstoffanteil verwendest, fördert das zwar das Blattwachstum und macht die Pflanze riesig und grün, bremst aber die Blütenbildung aus. Ein spezieller Dünger für Blühpflanzen ist hier die bessere Wahl.
Manchmal ist auch der Topf einfach zu groß geworden. Anthurien blühen oft besonders willig, wenn ihre Wurzeln kompakt zusammenstehen. Wenn die Pflanze zu viel Platz hat, steckt sie ihre gesamte Energie erst einmal in das Wurzelwachstum und die Ausbreitung im neuen Substrat, anstatt Blüten zu produzieren.
Zu guter Letzt solltest du sicherstellen, dass die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist. Wenn die Luft zu trocken ist, vertrocknen die winzigen Blütenansätze oft schon, bevor du sie überhaupt sehen kannst. Regelmäßiges Besprühen oder ein Luftbefeuchter in der Nähe können hier den entscheidenden Unterschied machen.
Das Reinigen der Blätter ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern echte Gesundheitspflege für deine Anthurie. Da die Blätter über winzige Poren atmen, behindert eine Staubschicht diesen Vorgang und schluckt zudem wertvolles Licht, das für die Photosynthese gebraucht wird.
Die einfachste Methode ist das Abwischen mit einem weichen, feuchten Tuch. Verwende dafür am besten zimmerwarmes, kalkfreies Wasser, damit nach dem Trocknen keine hässlichen weißen Kalkflecken auf dem satten Grün zurückbleiben. Du kannst ein Mikrofasertuch oder einen weichen Schwamm nehmen. Halte das Blatt dabei vorsichtig von unten mit einer Hand fest, damit es unter dem Druck des Wischens nicht knickt oder einreißt.
Bei kleineren Pflanzen oder wenn der Staub sehr hartnäckig ist, kannst du die Anthurie auch einmal vorsichtig abduschen. Stelle den Topf dazu in die Badewanne oder Dusche und decke die Erde mit einer Plastiktüte ab, damit sie nicht völlig durchnässt wird oder das Substrat herausgeschwemmt wird. Benutze einen ganz sanften, lauwarmen Wasserstrahl und brause die Blätter von beiden Seiten ab. Danach solltest du die Pflanze kurz abtropfen lassen, bevor du sie zurück an ihren Platz stellst.
Ein kleiner Geheimtipp für extra Glanz: Manche Pflanzenliebhaber wischen die Blätter mit einer Mischung aus Wasser und einem Schuss kalkfreier Milch ab. Das verleiht den Blättern einen natürlichen Schimmer und soll sogar leicht gegen Schädlinge helfen. Auf chemische Blattglanzsprays aus der Dose solltest du hingegen lieber verzichten, da diese die Poren verkleben können und oft einen künstlichen Film hinterlassen, den die Pflanze nicht mag.
Wenn du Arten mit samtigen Blättern hast, wie zum Beispiel die Anthurium crystallinum, solltest du auf das Wischen mit einem Tuch komplett verzichten, da dies die feinen Härchen beschädigen kann. Hier ist ein weicher Staubpinsel die bessere Wahl, um den Schmutz vorsichtig zu entfernen.
Nach so einer Reinigung sieht die Anthurie nicht nur besser aus, sie kann das vorhandene Licht auch viel effizienter nutzen, was dir die Pflanze mit kräftigem Wachstum dankt.
Deine Anthurie ist sehr kommunikativ und zeigt dir über ihre Blätter recht deutlich, ob ihr der aktuelle Standort gefällt oder ob du beim Licht nachjustieren solltest.
Bekommt die Pflanze zu viel Licht, besonders direkte Mittagssonne, reagieren die Blätter mit echtem Stress. Du erkennst das meist an bleichen oder gelblichen Verfärbungen, die fast wie ausgeblichen wirken. Im schlimmsten Fall entstehen braune, trockene Brandflecken, die sich pergamentartig anfühlen. Die Pflanze versucht dann oft, sich zu schützen, indem sie die Blätter etwas weg vom Licht dreht oder die Ränder leicht einrollt, um die Verdunstung zu reduzieren. Wenn du merkst, dass die Blätter ihre satte grüne Farbe verlieren und eher fahl werden, steht sie definitiv zu hell.
Ist es hingegen zu dunkel, verändert die Anthurie ihr Aussehen auf eine andere Weise. Die Blätter werden oft sehr dunkelgrün, da die Pflanze versucht, so viel Chlorophyll wie möglich zu bilden, um das spärliche Licht optimal zu nutzen. Ein ganz klares Zeichen für Lichtmangel ist das Ausbleiben der Blüte. Wenn deine Anthurie zwar gesund aussieht, aber über Monate hinweg kein einziges farbiges Hochblatt mehr schiebt, ist das ein Indiz für zu wenig Energie durch Licht.
Zudem werden die Blattstiele bei Lichtmangel oft unnatürlich lang und dünn, weil sie sich buchstäblich in Richtung der nächsten Lichtquelle recken. Das macht die Pflanze instabil und lässt sie etwas struppig aussehen. Auch die neuen Blätter bleiben dann meist deutlich kleiner als die alten.
Der perfekte Platz ist gefunden, wenn die Blätter einen gesunden, tiefen Glanz haben und die Pflanze regelmäßig neue, kräftig gefärbte Blüten austreibt. Ein heller Ort ohne direkte Bestrahlung sorgt dafür, dass die Farben der Hochblätter besonders lange intensiv bleiben.
Beim Kauf einer neuen Anthurie gibt es ein paar Details, auf die du achten kannst, damit du dir ein wirklich gesundes und kraftvolles Exemplar nach Hause holst.
Zuerst solltest du einen Blick auf das Herz der Pflanze werfen. Schau dir die Blätter ganz genau an. Sie sollten fest, knackig und gleichmäßig gefärbt sein. Wenn du gelbe Ränder, braune Flecken oder gar kleine Löcher siehst, ist das oft ein Zeichen für Pflegefehler oder Schädlinge. Auch die Unterseiten der Blätter sind wichtig, denn dort verstecken sich gerne Wollläuse oder Spinnmilben, die du nicht mit einkaufen möchtest.
Ein sehr guter Hinweis auf die Vitalität sind neue Austriebe. Wenn du zwischen den großen Blättern kleine, frische Blattspitzen oder junge Knospen entdeckst, zeigt das, dass die Pflanze gerade aktiv wächst und sich an ihrem bisherigen Standort wohlgefühlt hat. Die farbigen Hochblätter sollten leuchtend und prall wirken. Wenn sie bereits blass oder am Rand trocken sind, ist die Blütezeit dieses Triebes bald vorbei.
Ganz wichtig ist auch der Geruchstest und ein Blick auf die Erde. Das Substrat sollte sich feucht, aber nicht klatschnass anfühlen. Wenn die Erde unangenehm moderig oder faulig riecht, könnten die Wurzeln bereits Schaden genommen haben. Falls möglich, wirf einen kurzen Blick durch die Abzugslöcher am Topfboden. Gesunde Wurzeln sind hell, fest und wirken lebendig. Sind sie hingegen braun, matschig oder riechen streng, solltest du die Finger davon lassen.
Achte beim Transport nach Hause besonders im Winter darauf, dass die Anthurie gut eingepackt wird. Als Tropenpflanze verträgt sie absolut keine Kälte. Schon der kurze Weg vom Laden zum Auto kann bei Minusgraden ausreichen, um Kälteschäden an den Blättern zu verursachen. Ein paar Lagen Papier schützen sie vor dem Temperaturschock.
Zuhause angekommen, gönnst du ihr am besten erst einmal ein paar Tage Ruhe an ihrem neuen, hellen Platz, ohne sie sofort umzutopfen oder zu düngen. So kann sie sich in Ruhe an die neue Luftfeuchtigkeit und die Lichtverhältnisse gewöhnen.
Es gibt über achthundert verschiedene Arten der Anthurie, aber im Zimmergarten haben sich vor allem zwei Richtungen durchgesetzt, die ganz unterschiedliche Reize bieten.
Die bekannteste Art ist die Große Flamingoblume, botanisch Anthurium andreanum. Sie ist der Klassiker, den man in fast jedem Blumenladen findet. Ihr Markenzeichen sind die glänzenden, herzförmigen Hochblätter, die oft fälschlicherweise für die Blüte gehalten werden. Die eigentliche Blüte ist jedoch der schmale Kolben in der Mitte. Es gibt sie mittlerweile in unzähligen Farben, von klassischem Rot und reinem Weiß bis hin zu modernem Rosa, dunklem Violett oder sogar zweifarbigen Varianten mit grünem Rand. Diese Art blüht bei guter Pflege fast das ganze Jahr über und ist sehr robust.
Eine etwas kleinere Verwandte ist die Kleine Flamingoblume, Anthurium scherzerianum. Sie unterscheidet sich vor allem durch die Form ihres Blütenkolbens, der oft spiralförmig gedreht ist, was ihr ein sehr verspieltes Aussehen verleiht. Ihre Blätter sind meist schmaler und matter als die der großen Schwester. Sie gilt als besonders blühfreudig und kommt auch mit etwas kühleren Temperaturen im Winter gut zurecht.
In letzter Zeit gewinnen jedoch die sogenannten Blatthanthurien immer mehr an Beliebtheit. Bei ihnen stehen nicht die Blüten im Vordergrund, sondern die spektakulären Blätter. Ein Star unter ihnen ist die Anthurium crystallinum. Ihre riesigen, samtigen Blätter haben eine tiefgrüne Farbe und sind von silbrig-weißen Blattadern durchzogen, die fast wie Kristallmuster wirken. Sie braucht allerdings eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit als die blühenden Arten und ist daher etwas anspruchsvoller in der Haltung.
Ebenfalls sehr begehrt ist die Anthurium warocqueanum, auch Königin-Anthurie genannt. Ihre Blätter können unter idealen Bedingungen über einen Meter lang werden und haben eine elegante, längliche Form mit einer samtigen Textur. Diese Art ist eher etwas für Fortgeschrittene oder für ein gut klimatisiertes Pflanzenterrarium, da sie sehr empfindlich auf trockene Luft reagiert.
Wenn du es lieber etwas ausgefallener magst, könnte die Anthurium clarinervium etwas für dich sein. Sie hat sehr feste, fast herzförmige Blätter mit einer sehr markanten, hellen Aderung und fühlt sich fast wie festes Papier oder Leder an.
Der Winter ist für die Anthurie die schwierigste Zeit, da die Kombination aus wenig Tageslicht und trockener Heizungsluft Stress für die tropische Pflanze bedeutet. Wenn die Heizung unter dem Fensterbrett läuft, steigt die warme, trockene Luft direkt an den Blättern hoch und entzieht ihnen Feuchtigkeit.
Ein einfacher Schutz ist es, die Pflanze im Winter etwas weiter weg von der Heizung zu stellen, aber trotzdem darauf zu achten, dass sie den hellsten verfügbaren Platz bekommt. Ein Standort auf einem Podest oder einem kleinen Tisch neben dem Fenster ist oft besser als direkt auf der Fensterbank über dem Heizkörper.
Um die Luftfeuchtigkeit direkt an der Pflanze hoch zu halten, kannst du Wasserschalen auf die Heizkörper stellen. Das verdunstende Wasser verbessert das Raumklima spürbar. Noch effektiver ist es, die Anthurie in eine flache Schale mit Blähton und Wasser zu setzen, wie wir es schon besprochen haben. Das Wasser darf dabei aber niemals den Topfboden berühren, da die Wurzeln sonst faulen.
Da die Anthurie im Winter ihr Wachstum verlangsamt, braucht sie auch deutlich weniger Wasser. Du solltest erst gießen, wenn die obere Erdschicht gut abgetrocknet ist. Zu viel Wasser bei kühleren Temperaturen führt schnell zu Wurzelfäule, was sich durch gelbe Blätter zeigt. Achte darauf, dass das Gießwasser unbedingt zimmerwarm ist, da kaltes Leitungswasser im Winter einen Kälteschock verursachen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz vor Zugluft. Wenn du lüftest, solltest du die Pflanze kurzzeitig in eine geschützte Ecke stellen. Ein kalter Luftzug bei Minusgraden kann die Blätter innerhalb weniger Minuten schädigen und zu unschönen Flecken führen.
Wenn du merkst, dass die Blätter im Winter staubig werden, wische sie vorsichtig mit einem weichen, feuchten Tuch ab. Der Staub wirkt wie ein Filter und nimmt der Pflanze das ohnehin schon knappe Licht, das sie für die Photosynthese braucht.
Wenn deine Anthurie mit der Zeit immer üppiger wird und der Topf sichtlich zu eng wird, ist die Teilung der Pflanze die einfachste Methode, um neue Exemplare zu gewinnen. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Umtopfen im Frühjahr, wenn die Pflanze ohnehin in einer aktiven Wachstumsphase ist.
Zuerst nimmst du die Anthurie vorsichtig aus ihrem alten Topf und schüttelst die lose Erde von den Wurzeln ab. Du wirst sehen, dass die Pflanze aus mehreren einzelnen Trieben besteht, die eng beieinander stehen. Diese Seitensprosse, auch Kindel genannt, haben oft schon eigene kleine Wurzeln gebildet.
Du kannst diese Triebe nun vorsichtig mit den Fingern voneinander trennen. Falls die Wurzeln zu stark miteinander verschlungen sind, nimmst du ein scharfes, sauberes Messer und schneidest das Wurzelgeflecht behutsam durch. Achte darauf, dass jeder neue Teil mindestens zwei bis drei gesunde Blätter und einen guten Anteil an eigenen Wurzeln behält, damit das Anwachsen gelingt.
Da der austretende Pflanzensaft die Haut reizen kann, sind Handschuhe bei dieser Arbeit besonders ratsam. Die Schnittstellen an der Mutterpflanze und an den neuen Ablegern kannst du mit etwas Holzkohlepulver bestreuen, falls du welches zur Hand hast. Das beugt Infektionen und Fäulnis an den offenen Stellen vor.
Die geteilten Pflanzen setzt du dann in separate Töpfe mit dem lockeren Anthuriensubstrat, das wir vorhin besprochen haben. Drücke die Erde nur leicht an und gieße sie mit zimmerwarmem, kalkfreiem Wasser an. In den ersten Wochen nach der Teilung mögen es die jungen Pflanzen besonders warm und brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit, um neue Wurzeln zu bilden. Direkte Sonne solltest du in dieser Zeit absolut vermeiden.
Sobald du siehst, dass sich die ersten neuen Blätter entfalten, weißt du, dass die Teilung erfolgreich war. Dann kannst du sie wieder wie deine gewohnte Mutterpflanze pflegen.
Das Entfernen der verblühten Teile ist wichtig, damit deine Anthurie keine unnötige Energie in die Bildung von Samen steckt, sondern diese Kraft lieber für neue, leuchtende Blüten nutzt. Sobald der Kolben in der Mitte braun oder trocken wird und das farbige Hochblatt langsam verblasst oder eintrocknet, ist der richtige Zeitpunkt gekommen.
Du solltest die verblühten Stiele nicht einfach abreißen, da das Gewebe der Pflanze dabei leicht einreißen kann. Nimm stattdessen eine scharfe Schere oder ein sauberes Messer. Setze den Schnitt möglichst weit unten am Ansatz des Stiels an, knapp über der Stelle, wo er aus der Blattscheide austritt. Achte darauf, die benachbarten grünen Blätter oder junge, nachkommende Knospen nicht zu verletzen.
Ein wichtiger Hinweis zur Sicherheit: Anthurien gehören zu den Aronstabgewächsen und enthalten Calciumoxalat-Kristalle. Der Pflanzensaft kann bei Hautkontakt Reizungen oder Brennen verursachen. Es ist daher ratsam, beim Abschneiden Handschuhe zu tragen oder dir danach gründlich die Hände zu waschen. Auch Haustiere sollten nicht an den abgeschnittenen Pflanzenteilen knabbern.
Nachdem du die alten Blüten entfernt hast, kannst du die Pflanze mit einer feinen Dusche aus kalkfreiem Wasser belohnen. Das regt den Stoffwechsel an und gibt ihr einen frischen Impuls für den nächsten Blütenschub. Wenn die Standortbedingungen weiterhin gut sind, schiebt sie meist schon bald nach dem Rückschnitt die nächsten kräftigen Farbtupfer nach.
Gelbe Blätter oder eingerollte Blattspitzen sind bei der Anthurie wie ein kleiner Hilfeschrei, dass in der Pflege etwas nicht ganz passt. Meistens liegt es am Wasserhaushalt oder an der Temperatur.
Wenn die Blätter deiner Anthurie gelb werden, ist das oft ein Zeichen für zu viel Wasser. Die Wurzeln leiden dann unter Sauerstoffmangel und fangen an zu faulen. In diesem Fall solltest du das Gießen sofort reduzieren und prüfen, ob die Erde im Topf unangenehm riecht oder sehr matschig ist. Manchmal hilft dann nur noch ein schnelles Umtopfen in frisches, trockenes Substrat, wobei du faulige, braune Wurzeln vorsichtig abschneiden solltest.
Gelbe Blätter können aber auch auf einen Nährstoffmangel hindeuten, besonders wenn die Pflanze schon lange nicht mehr gedüngt wurde oder die Erde alt ist. Wenn die Blätter eher blassgelb wirken und die Pflanze insgesamt schwächlich aussieht, fehlt ihr wahrscheinlich Stickstoff oder Eisen.
Rollen sich die Blätter hingegen ein oder bekommen braune, trockene Ränder, ist meistens zu trockene Luft oder Wassermangel die Ursache. Die Pflanze versucht durch das Einrollen die Oberfläche zu verkleinern, über die sie Feuchtigkeit verliert. Das passiert oft im Winter direkt über einer warmen Heizung. Ein hellerer Standort ohne direkte Zugluft und regelmäßiges Besprühen wirken hier Wunder.
Braune Flecken mitten auf dem Blatt deuten meist auf einen Sonnenbrand hin. Wenn die Mittagssonne direkt auf die Blätter knallt, verbrennt das Gewebe regelrecht. In diesem Fall solltest du die Pflanze ein Stück vom Fenster wegrücken.
Achte auch auf die Wassertemperatur beim Gießen. Wenn das Wasser zu kalt ist, bekommt die Anthurie einen Schock, was sich ebenfalls durch gelbe Verfärbungen zeigen kann. Zimmerwarmes Wasser ist für die tropische Schönheit am angenehmsten.
Anthurien sind zum Glück recht robust, aber bei zu trockener Zimmerluft oder Stress können sich doch mal ungebetene Gäste einschleichen. Die häufigsten Schädlinge sind Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse, die du meist an den Blättern oder in den Blattachseln entdeckst.
Spinnmilben erkennst du an ganz feinen, weißen Gespinsten, die oft erst auffallen, wenn du die Pflanze leicht mit Wasser besprühst. Die Blätter bekommen dann winzige, helle Punkte und wirken fahl oder silbrig. Diese Tierchen lieben trockene Heizungsluft. Wenn du sie bemerkst, solltest du die Pflanze gründlich abduschen und die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
Wollläuse sehen aus wie winzige, weiße Wattebausche, die sich gerne an der Unterseite der Blätter oder direkt am Stielansatz verstecken. Sie saugen den Pflanzensaft und schwächen die Anthurie spürbar. Ähnlich verhalten sich Schildläuse, die wie kleine, braune oder gelbliche Höcker auf den Stielen sitzen. Beide sondern oft einen klebrigen Honigtau ab, der die Blätter glänzen lässt und Pilze anziehen kann.
Ein guter Tipp ist es, die Schädlinge vorsichtig mit einem in Spiritus oder Seifenlauge getauchten Wattestäbchen abzutupfen. Bei einem stärkeren Befall hilft meist nur ein biologisches Mittel auf Ölbasis aus dem Fachhandel, das die Atmungsorgane der Insekten verschließt.
Achte auch auf Trauermücken, das sind diese kleinen schwarzen Fliegen, die aus der Erde aufsteigen, wenn du gießt. Sie sind meist ein Zeichen dafür, dass das Substrat zu nass ist. Hier hilft es oft schon, die Erde oben etwas antrocknen zu lassen oder Gelbsticker in den Topf zu stecken.
Regelmäßiges Kontrollieren der Blattunterseiten hilft dir dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich ausbreiten. Eine gesunde Pflanze mit der richtigen Luftfeuchtigkeit ist zudem viel weniger anfällig für solche Plagen.
Da Anthurien aus den tropischen Regenwäldern kommen, lieben sie eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent. In unseren Wohnräumen ist die Luft oft zu trocken, besonders wenn im Winter die Heizung läuft. Das führt dann schnell zu braunen Blatträndern oder dazu, dass sich die neuen Blüten nicht richtig entfalten können.
Eine sehr effektive Methode ist das regelmäßige Besprühen der Blätter mit kalkfreiem Wasser, am besten mit Regenwasser oder abgekochtem Leitungswasser. Dabei solltest du jedoch darauf achten, nur die grünen Blätter einzunebeln. Die farbigen Hochblätter und die eigentlichen Blütenkolben vertragen direktes Wasser nicht so gut und bekommen davon oft unschöne Flecken oder fangen sogar an zu faulen.
Ein bewährter Trick ist es, den Pflanztopf auf einen Untersetzer zu stellen, der mit Blähton oder kleinen Kieselsteinen und etwas Wasser gefüllt ist. Der Topf selbst darf dabei nicht direkt im Wasser stehen, sondern thront auf den Steinen. Durch die Verdunstung des Wassers entsteht direkt um die Pflanze herum eine kleine Zone mit feuchterer Luft, was die Anthurie sehr genießt.
Auch das Gruppieren von mehreren Pflanzen kann helfen. Pflanzen geben über ihre Blätter Feuchtigkeit ab und schaffen so ihr eigenes kleines Mikroklima. Wenn du die Anthurie zusammen mit anderen Zimmerpflanzen aufstellst, profitieren alle davon.
Falls du ein Badezimmer mit Fenster hast, ist das oft der ideale Ort für eine Anthurie. Dort ist die Luftfeuchtigkeit durch das Duschen und Baden von Natur aus höher, was der Pflanze das Wachstum erleichtert. Du solltest nur darauf achten, dass es dort hell genug ist.
Ansonsten hilft es auch, die Blätter gelegentlich mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Das entfernt Staub, wodurch die Pflanze besser atmen kann, und gibt ihr gleichzeitig einen kleinen Frischekick.
Das richtige Substrat ist für die Anthurie entscheidend, da ihre Wurzeln viel Luft zum Atmen brauchen. In herkömmlicher Blumenerde stehen die Wurzeln oft zu kompakt und feucht, was schnell zu Fäulnis führen kann. Da Anthurien in der Natur oft auf Bäumen wachsen, bevorzugen sie eine sehr lockere und grobe Mischung.
Eine gute Basis ist eine hochwertige Orchideenerde, die du mit etwas normaler Zimmerpflanzenerde mischen kannst. Idealerweise fügst du noch Komponenten wie Pinienrinde, Blähton oder Perlite hinzu. Diese Bestandteile sorgen dafür, dass das Wasser schnell abfließt und die Erde nicht verdichtet. Das Mischverhältnis sollte so gewählt sein, dass das Substrat luftig bleibt und sich nach dem Gießen nicht wie ein schwerer Schwamm anfühlt.
Ein leicht saurer Boden ist für diese Pflanzen perfekt. Du kannst beim Umtopfen darauf achten, dass der pH-Wert der Erde eher im niedrigen Bereich liegt. Torffreie Spezialerden für Anthurien oder Aronstabgewächse sind hierfür im Fachhandel eine gute Wahl, da sie bereits optimal abgestimmt sind.
Beim Umtopfen selbst ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Wurzeln sind recht brüchig, daher solltest du die alte Erde vorsichtig mit den Fingern lösen. Der neue Topf muss unbedingt Abzugslöcher haben, damit sich keine Staunässe bildet. Eine kleine Schicht aus Tonscherben oder Blähton ganz unten im Topf dient als zusätzliche Drainage und schützt die Pflanze vor zu nassen Füßen.
Am besten topfst du deine Anthurie im Frühjahr um, wenn sie gerade wieder mit dem Wachstum beginnt. Das gibt ihr die nötige Energie, um sich schnell im neuen Substrat zu verwurzeln. Danach solltest du sie für ein paar Wochen nicht düngen, da die frische Erde meist schon genügend Nährstoffe für den Anfang enthält.
Um deine Anthurie optimal beim Blühen zu unterstützen, solltest du beim Düngen vor allem auf die richtige Dosierung und den passenden Zeitpunkt achten. Da diese Pflanzen empfindliche Wurzeln haben, ist weniger oft mehr.
Während der Hauptwachstumsphase, also etwa von März bis September, empfiehlt es sich, alle zwei Wochen einen flüssigen Blühpflanzendünger zu verwenden. Dieser enthält meist mehr Phosphor, was die Bildung der farbigen Hochblätter fördert. Du kannst die auf der Packung angegebene Konzentration ruhig etwas reduzieren, da Anthurien keine Starkzehrer sind. Eine halbe Dosis reicht oft völlig aus.
Im Winter, wenn die Pflanze weniger Licht bekommt und ihr Stoffwechsel langsamer abläuft, solltest du das Düngen fast komplett einstellen. Einmal alle sechs bis acht Wochen genügt in dieser Zeit völlig, damit die Pflanze nicht mit Nährstoffen überversorgt wird, die sie gerade gar nicht verarbeiten kann.
Ein wichtiger Punkt ist, dass du den Dünger niemals auf ganz trockene Erde geben solltest. Es ist besser, die Pflanze vorher leicht mit klarem Wasser zu gießen, damit die Wurzeln befeuchtet sind. So verhinderst du, dass die feinen Wurzelhaare durch die Düngesalze verbrannt werden.
Da Anthurien auch kalkarmes Wasser bevorzugen, ist Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser ideal zum Gießen und Mischen des Düngers. Wenn du merkst, dass die Blattspitzen braun werden, könnte das ein Zeichen für zu viel Dünger oder zu kalkhaltiges Wasser sein.
Anthurien sind echte Liebhaber von hellem, indirektem Licht. Da sie ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern stammen, wo sie im Schatten größerer Bäume wachsen, vertragen sie keine pralle Mittagssonne. Diese würde die Blätter verbrennen und unschöne braune Flecken hinterlassen.
Ein Platz an einem Ost- oder Westfenster ist ideal. Dort bekommt die Pflanze genügend Helligkeit ab, ohne der extremen Hitze des Südens schutzlos ausgeliefert zu sein. Falls du sie an ein Südfenster stellst, solltest du sie etwa zwei Meter in den Raum rücken oder einen dünnen Vorhang als Schutz nutzen.
Wenn die Anthurie zu dunkel steht, zeigt sie dir das recht deutlich. Sie bildet dann kaum noch neue Blüten aus und die Blätter verfärben sich oft tiefgrün, während das Wachstum insgesamt stagniert. Im Winter, wenn die Tage kürzer werden, darf sie ruhig etwas näher ans Fenster rücken, damit sie die wenigen Sonnenstunden optimal nutzen kann.
Neben dem Licht spielt auch die Wärme eine Rolle. Sie mag es das ganze Jahr über gleichmäßig warm, am liebsten zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Zugluft und kalte Füße solltest du unbedingt vermeiden, da sie darauf empfindlich reagiert.