Das beste Licht für Gänse: Tageslicht-LEDs

Warum sehen Gänse „schneller“?

Obwohl es für „die Gans“ (z. B. Graugans oder Hausgans) kaum einen artspezifisch auf das Hertz genau gemessenen Standardwert in der Literatur gibt, lässt sich die Flimmerverschmelzungsfrequenz (FVF) basierend auf vergleichenden Studien an ähnlichen Vögeln (wie Hühnern und Enten) sehr präzise eingrenzen.

Die Flimmerverschmelzungsfrequenz von Gänsen liegt im Bereich von ca. 70 bis 100 Hz (Hertz).

Das ist deutlich höher als beim Menschen. Zum Vergleich: Wir Menschen nehmen Lichtreize ab ca. 50–60 Hz als durchgehendes Licht wahr (deshalb erscheinen uns Kinofilme mit 24 Bildern pro Sekunde oder Standard-Glühbirnen flüssig). Für eine Gans flackern diese Lichtquellen jedoch oft noch.

Hier sind die Details und warum das für die Haltung wichtig ist:

1. Warum sehen Gänse „schneller“?

Vögel sind generell visuelle Hochleistungstiere. Da sie fliegen (und dabei schnelle Manöver fliegen oder Hindernissen ausweichen müssen), muss ihr Gehirn visuelle Informationen schneller verarbeiten als das von am Boden lebenden Säugetieren.

  • Menschen: ~60 Hz

  • Hühner (als direkter Vergleich): ~80–90 Hz (bis zu 105 Hz in physiologischen Messungen der Netzhaut)

  • Singvögel (z. B. Fliegenschnäpper): bis zu 145 Hz (absolute Spitzenreiter)

Gänse sind zwar keine extrem schnellen Luftjäger wie Schwalben, aber als Fluchttiere und Langstreckenflieger liegt ihre Wahrnehmungskapazität dennoch deutlich über der des Menschen.

Die praktische Konsequenz: Das „Disco-Problem“

Der wichtigste Aspekt dieser Frequenz betrifft die künstliche Beleuchtung in Ställen oder Haltungen.

  • Herkömmliche Leuchtstoffröhren: Diese flackern oft mit der doppelten Netzfrequenz, also 100 Hz.

  • Wahrnehmung: Für den Menschen wirkt dieses Licht statisch und ruhig. Da die Verschmelzungsfrequenz der Gänse aber nahe an oder knapp unter diesen 100 Hz liegt, nehmen sie dieses Licht oft als permanentes Stroboskop-Flackern wahr.

Das führt zu erheblichem Stress. Stellen Sie sich vor, Sie müssten den ganzen Tag in einer Diskothek mit Stroboskoplicht verbringen – das ist vergleichbar mit dem Effekt, den billige oder veraltete Beleuchtung auf Gänse (und anderes Geflügel) hat. Es kann zu Nervosität, Federpicken und allgemeinem Unwohlsein führen.

Was bedeutet das für die Haltung?

Wenn Sie Gänse in Innenräumen halten oder beleuchten, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Hochfrequente Beleuchtung: Verwenden Sie moderne LED-Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG). Diese takten das Licht im kHz-Bereich (z. B. über 20.000 Hz), was für jedes biologische Auge als absolut ruhiges Licht erscheint.

  • UV-Anteil: Gänse sehen (wie viele Vögel) auch im UV-Bereich. Lichtquellen, die für uns hell wirken, können für Gänse düster erscheinen, wenn das UV-Spektrum fehlt. Gute Stallbeleuchtung berücksichtigt auch dies.

Zusammenfassung

Eine Gans sieht die Welt „schneller“ als Sie. Während Ihr Fernseher oder Ihre Lampe für Sie ruhig leuchtet, sieht die Gans eventuell ein schnelles An-und-Aus. Ein Wert von 70–100 Bildern pro Sekunde ist notwendig, damit sie eine Bewegung als flüssig oder ein Licht als konstant empfindet.