Frostfrei mit der Körperwärme der Hühner.

Den Stall ohne Strom frostfrei zu halten,

erfordert ein wenig Geschick bei der Isolierung und der Nutzung natürlicher Wärmequellen. Der wichtigste Faktor ist die Körperwärme der Hühner selbst. Wenn der Stall gut isoliert ist und die Größe zur Anzahl der Tiere passt, heizen die Hühner den Raum allein durch ihre Anwesenheit auf.

Eine sehr effektive Methode ist die sogenannte Deep-Litter-Methode. Dabei entfernst du den Mist im Winter nicht komplett, sondern schichtest immer wieder frische Einstreu wie Stroh, Hobelspäne und etwas Laub auf. Am Boden entsteht so ein biologischer Zersetzungsprozess, bei dem Wärme freigesetzt wird. Das wirkt wie eine natürliche Fußbodenheizung von unten. Wichtig ist hierbei, die Oberfläche trocken zu halten, damit kein Ammoniakgeruch entsteht.

Die Isolierung der Wände spielt ebenfalls eine große Rolle. Du kannst den Stall von außen oder innen mit Styropor oder Holzwolle dämmen, musst diese Materialien aber unbedingt mit Holzplatten verkleiden, da Hühner die Dämmung sonst fressen. Auch eine dicke Schicht Strohballen, die du von außen gegen die Stallwände stapelst, hält die Kälte hervorragend ab.

Das größte Problem im Winter ist gefrierendes Trinkwasser. Um das ohne Strom zu verhindern, kannst du die Tränke auf eine isolierte Unterlage stellen, zum Beispiel auf eine dicke Styroporplatte. Ein bewährter Trick ist es, einen Tischtennisball in die offene Tränke zu legen. Durch die Bewegung des Balls bei Wind oder wenn die Hühner trinken, bricht die Oberflächenspannung des Wassers und es gefriert langsamer.

Zusätzlich hilft es, die Fenster nachts mit dicken Vorhängen aus Jute oder Decken abzuhängen, um den Wärmeverlust über das Glas zu minimieren. Achte aber trotz aller Isolierung immer darauf, dass die Lüftungslöcher oben im Stall offen bleiben. Verbrauchte, feuchte Luft muss abziehen können, sonst riskierst du Atemwegserkrankungen bei deinen Tieren.