Dimmer-Falle: So macht Dimmung Ihre Tageslichtlampe nutzlos

Das Nicht-Dimmen einer Tageslichtlampe ist oft entscheidend, um ihren spezifischen Nutzen und ihre Wirksamkeit zu gewährleisten. 

Gründe gegen das Dimmen

Folgerung: Dimmen reduziert den Lichtstrom (Lumen) der Lampe. Reduzieren Sie die Lumen, sinkt die Lux-Zahl am Ort der Beleuchtung direkt proportional, wodurch die Wirkung verloren geht.

Verlust der Wirksamkeit: Wird die Lampe gedimmt, sinkt die Lux-Zahl drastisch. Dadurch kann der Effekt auf die Regulierung und Produktion von Serotonin/Melatonin nicht mehr erreicht werden.

Biologische Wirkung und Wachheit

Wachheit und Konzentration: Tageslichtlampen erzeugen ein helles, kühleres Licht von 5.000 bis 6.500 Kelvin, das dem natürlichen Tageslicht ähnelt. Dieses Licht soll die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin unterdrücken und somit Konzentration, Wachheit und Vitalität fördern.

Melatonin-Ausschüttung: Eine gedimmte Lampe (also weniger Lichtintensität) signalisiert dem Körper eher Dämmerung oder Abend, was die Melatonin-Produktion fördern und damit den gewünschten aktivierenden Effekt aufheben kann.

Optimale Farbwiedergabe (Vollspektrum-Lampen)

Natürliches Sehen: „Tageslichtlampen“ sind eigentlich Vollspektrum-Lampen, die für eine möglichst naturnahe Farbwiedergabe und hohe visuelle Leistung entwickelt wurden.

Veränderung der Lichtqualität: Beim Dimmen kann sich bei LED- Tageslichtlampen nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Lichtfarbe (Farbtemperatur) verändern, was die natürlichen Seheindrücke verfälschen kann.

Eine Tageslichtlampe mit einem CRI von >84 (Colour Rendering Index, Farbwiedergabeindex) erzielt eine gute Farbwiedergabe.

Geringere Lichtausbeute und Effizienzverlust

Die Optimierung des Spektrums für eine noch bessere Farbwiedergabe geht zu Lasten der reinen Lichtausbeute (Lumen/Watt).

Energieeffizienz-Kompromiss: Die erheblich teueren Phosphormischungen, die für den hohen CRI notwendig sind, wandeln elektrische Energie weniger effizient in sichtbares Licht um als die Standardmischungen.

Mehr Chips erforderlich: Um dieselbe Helligkeit (Lumen) wie eine billigere CRI-80-Lampe zu erzielen, benötigt eine CRI-90-Lampe mehr LEDs oder mehr Strom, was die Herstellungskosten und den späteren Energieverbrauch erheblich steigen lässt.

Was passiert, wenn eine Tageslichtlampe unter 85 Volt gedimmt wird?

Die Reaktion einer Tageslichtlampe beim Dimmen, wenn die Spannung unter 85 Volt fällt:

Leuchtstofflampen (mit elektronischem Vorschaltgerät – EVG)

Mindestspannung: Tageslichtlampen benötigen eine Mindestspannung von  85 Volt

Verlöschen: Fällt die Spannung am Lampenteil des EVGs beim Dimmen unter diese erforderliche Brennspannung (oder den Mindeststrom), verlischt die Lampe.

Flackern/Flimmern: Kurz vor dem Verlöschen oder wenn die Spannung nicht stabil ist, kann es zu Flackern kommen.

Wiederzündung: Nach dem Verlöschen kann es sein, dass die Lampe erst dann wieder zündet, wenn die Spannung wieder über einen bestimmten Schwellenwert (der Zündspannung) angehoben wird.

LED-Tageslichtlampen

Treiber/Vorschaltgerät: LED-Lampen werden über einen LED-Treiber betrieben. Dieser regelt den Strom für die LEDs, unabhängig von kleinen Schwankungen der Eingangsspannung.

Dimmsignal: Beim Dimmen wird in der Regel nicht direkt die 230 V Netzspannung (bis auf Phasenan-/abschnittdimmer) auf 85 V gesenkt, sondern ein Steuersignal (z. B. 0-10V DC, DALI oder PWM) verwendet, das dem Treiber mitteilt, wie hell er leuchten soll.

Mindestdimmpegel: Jede dimmbare LED-Lampe hat einen Mindestdimmpegel (z. B. 10% oder 1%). Fällt das Steuersignal unter den für diesen Mindestpegel notwendigen Wert (oder bei direkten Phasenanschnitt/-abschnitt-Dimmern, die resultierende Leistung unter die Mindestlast des Dimmers), wird die Lampe entweder:

Dunkel: Die Lampe schaltet komplett ab („Dim-to-Off“).

Flackern/Glimmen: Wenn die Mindestlast des Dimmers unterschritten wird, kann die Lampe zu flackern beginnen oder, falls der Treiber nicht korrekt abschaltet, sogar schwach weiterglimmen.

Zusammenfassend ist die Spannung von 85 Volt im Dimmszenario ein kritischer Wert. Bei Leuchtstofflampen liegt die Brennspannung oft in diesem Bereich, sodass ein Unterschreiten zum Verlöschen führen kann. Bei LED-Lampen hängt die Reaktion stärker vom Treibermodell und dem Dimmsystem ab, aber ein Unterschreiten des Mindestpegels führt ebenfalls zum Ausschalten oder Flackern.

Ja, ein Totalausfall der Tageslichtlampe beim Dimmen kann passieren, ist aber dann auf Inkompatibilität zwischen Lampe und Dimmer zurückzuführen.

Inkompatibler Dimmer: Dies ist die häufigste Ursache für Probleme und kann zur Zerstörung der Elektronik führen.

Falscher Dimmertyp: Ältere Phasenanschnitts-Dimmer können die Elektronik moderner LED-Treiber schädigen, die meist einen Phasenabschnitts-Dimmer benötigen.

„Um einen Totalausfall oder eine Beschädigung des Leuchtmittels (z.B. durch Inkompatibilität oder Unterschreiten der Mindestlast) zu vermeiden, sollten Sie auf das Dimmen verzichten, solange die Eignung des Dimmers nicht zweifelsfrei geklärt ist.“