Der Einsatz von Tageslichtlampen in der Schweinehaltung hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Biologie und das Verhalten der Tiere. Da Schweine von Natur aus tagaktive Tiere sind, fungiert das Licht als wichtigster „Zeitgeber“ für ihren Organismus.
Hier ist die Zusammenfassung zu den Auswirkungen von Tageslichtlampen in der Schweinehaltung.
Gesundheitliche Auswirkungen
Tageslichtlampen wirken sich direkt auf den Stoffwechsel der Schweine aus. Ein wichtiger Faktor ist die Bildung von Vitamin D3. Dieses Vitamin ist entscheidend fuer die Stärke der Knochen und ein funktionierendes Immunsystem. Da das Licht das gesamte Farbspektrum der Sonne nachbildet, wird die Zirbeldruese im Gehirn optimal gesteuert. Dies reguliert den Melatoninspiegel und sorgt fuer einen stabilen Tag Nacht Rhythmus. Ein klarer Rhythmus senkt das Stresshormon Cortisol und macht die Tiere widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Bei Zuchtsauen verbessert helles Licht zudem die Fruchtbarkeit und die Hormonbildung fuer die Fortpflanzung.
Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensfreude
Schweine nehmen ihre Umwelt durch Tageslichtlampen viel klarer wahr. Da sie Blau und Gruentoene besonders gut sehen koennen, hilft ihnen das naturnahe Licht bei der Orientierung. Sie erkennen ihre Artgenossen und deren Körpersprache besser, was soziale Spannungen und Rangordnungskaempfe vermindert.
Ein grosser Vorteil ist die Vermeidung von dunklen Ecken oder harten Schatten. Solche Kontraste verunsichern Schweine oft und loesen Scheu oder Angst aus. In einem gleichmaessig ausgeleuchteten Stall sind die Tiere aktiver und zeigen mehr Neugier und Erkundungsverhalten. Dies reduziert Frustration und verhindert Verhaltensstoerungen wie das Beissen von Schwaenzen.
Vorteile fuer die Haltung
Auch fuer den Menschen hat dieses Licht Vorteile. Unter tageslichtähnlichen Bedingungen lassen sich Hautveränderungen, Verletzungen oder erste Anzeichen von Krankheiten bei den Schweinen viel schneller erkennen. Das Licht sorgt also nicht nur für aktivere und gesündere Tiere, sondern unterstüzt auch eine bessere Kontrolle im Stallalltag.
In der modernen Schweinehaltung hat sich ein bestimmter Rhythmus bewährt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere zu fördern. Hier sind die wichtigsten Punkte zur Beleuchtungsdauer.
Die gesetzlichen Mindestanforderungen in Deutschland schreiben eine Beleuchtungsintensität von mindestens 80 Lux über einen Zeitraum von mindestens 8 Stunden pro Tag vor. Experten und Tierärzte empfehlen jedoch oft längere und hellere Lichtphasen, um die positiven Effekte des Vollspektrumlichts voll auszuschöpfen.
Für eine optimale Haltung wird meist ein Rhythmus von 12 bis 16 Stunden Licht pro Tag empfohlen. Dieser Zeitraum simuliert einen langen Sommertag. Nach dieser Phase folgt eine Dunkelphase von mindestens 8 Stunden. Diese Ruhezeit ist zwingend erforderlich, damit die Schweine tief schlafen und ihr Immunsystem regenerieren können.
In den verschiedenen Lebensphasen der Schweine gibt es feine Unterschiede. Bei Zuchtsauen im Deckzentrum sind 16 Stunden Licht besonders wichtig. Das helle Licht signalisiert dem Körper der Sau, dass optimale Bedingungen für Nachwuchs herrschen. Dies regt die Hormonproduktion an und führt zu einer deutlich besseren Fruchtbarkeit.
Im Abferkelbereich, also dort, wo die Ferkel geboren werden, hilft eine Dauer von etwa 14 bis 16 Stunden den Ferkeln dabei, sich schnell zu orientieren und die Zitzen der Mutter zu finden. In der Mast genügen oft 8 bis 12 Stunden Licht. Hier ist es wichtig, dass die Tiere genug Zeit zum Fressen und für soziale Kontakte haben, aber auch lange Ruhephasen finden, um Stress zu vermeiden und Energie für das Wachstum zu sparen.